Irgendwo las ich "Der Triathlet liebt den Wettkampf gegen sich selbst und gegen die Uhr. Das Ziel: Am Tag der Tage die beste Version von sich selbst sein!"
Das ist schon ein wenig eine andere Sichtweise als in vielen anderen Sportarten. Zum zweiten Mal konnte ich einen lokalen Triathlon-Wettkamp fotografieren. Beim ersten mal fiel mir auf, wie auch dieser Sport so seine ganz eigenen Gesten und Rituale hat. Auch diesmal, unter veränderten Bedingungen konnte ich das wieder feststellen. Ohne viel über den Sport und die Athleten zu wissen, fand ich es schon faszinierend, wie hier Menschen aus wirklich allen Alters- und Fitnessklassen zusammenkamen und mit Feuer die Diszipline durchliefen. Es war schon fast zu spüren, dass ein jeder, der am Ende durch das Ziel kam diese Leistung wirklich eher am eigenen Limit maß, als an den Zeiten der anderen.
Es geschafft zu haben, eine bestimmte Zeit erreich zu haben, überhaupt durchgehalten zu haben - all das schien der Treiber zu sein. Nicht ein einziger schien enttäuscht oder neidisch auf denjenigen, der vor ihm ankam. Das schien nebensächlich.
Was bedeutet es denn, gegen mich selbst in den Wettkampf zu ziehen? Eine sehr ehrliche Sache, denke ich. Denn wenn sich mein Wettkampziel darauf ausrichtet, besser als der andere zu sein, dann gibt es immer einen Faktor - "den anderen" - den ich nicht einschätzen kann. Und wenn mein Ergebnis nicht so gut ausfällt, dann kann ich mir und den anderen glauben lassen, dass ich zwar mein Bestes gegeben habe, der andere aber besser trainiert hat, einen Vorteil hatte oder vielleicht einfach nur Glück. Wenn ich aber gegen mich selbst antrete, dann muss ich mein eigenes Ziel stecken. Und dann muss ich nur mir Rede und Antwort stehen. Dann gibt es tatsächlich nicht so etwas wie Glück oder ungünstige Wettkampbedingungen. Da bin dann immer nur ich, da ist nur mein Körper. Da muss eine ganz besondere Stärke im Kopf sein.

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