Als ich heute meinen Editor öffnete, zeigte der mir, dass ich die Webseite seit einem Monat lang nicht mehr angefasst hatte. Meine Kern-Themen sind ja dieser Tage auch schwer darzustellen...Radrennen gibt es aktuell nicht. In der Stadt umherwandern und die Anblicke dort sammeln spare ich mir aus gewissen Gründen. Stillleben, die gibt es genug. Oder eher stilles Leben? Damit habe ich mich tatsächlich befasst und wabi-sabi-mäßig Skelette von Hortensienblüten fotografiert. Das vielleicht mal an anderer Stelle.
Aber ansonsten ist es ruhig geworden. Mich selbst interessieren Social Media kaum noch. Auch die nicht sozialen Medien erscheinen mir eher anstrengend. Schön ist es, den Wind in den Bäumen vor meinem Schlafzimmer zu hören.
Der Stillstand bringt auch eine Portion Langeweile. Eine Portion Langeweile bringt neue Ansätze. So habe ich einige meiner Bilder verwendet, um mal etwas anderes zu machen:
Das wiederum ist gar kein Stillstand. Das ist Farbexplosion. Ein bisschen, wie ein Kind, das mit einem Spirographen spielt. Es macht Spaß und es ist wie Stillleben eine ganz ruhig, fast meditative Arbeit.
Gibt es also wirklichen Stillstand? Auch das hatte man draußen in der Welt erwartet. Während viele schon die Füße nicht mehr still halten können, ihrem alten "Normal" wieder nachzugehen, haben viele andere den Stillstand genutzt, in die Ruhe gelauscht und sind mit sehr kreativen Ideen in die Welt zurückgekehrt. Stillstand wäre Aufgeben. Verlangsamung, ja! Zu sich kommen, ja! In sich brüten, vielleicht auch. Stillstand? Eher Raum, um zu sich zu kommen, um die Tiefen zu erforschen, um Neues auszubrüten und vieles, schönes, buntes, anregendes in die Welt zu bringen.
Wollen wir hoffen, dass es so sei und nicht in den kommenden Wochen einfach das alte Normal wieder Einzug hält und unser großer Antreiber wieder nur monetärer Natur ist. Wir haben solche schöpferischen Kräfte in uns, möge jeder sie für sich und die Welt nutzen.
Back to Top